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Förderzusage des Bundes: ca. 800.000 Euro für blau-grüne Klimaachse

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Seit die Folgen des Klimawandels sich in den letzten Jahren immer deutlicher in Form von Hitzesommern mit länger werdenden Dürreperioden aber auch Starkregenereignissen wie zuletzt im Sommer 2018 bemerkbar machen, ist klar: Die Wichtigkeit der Ressource Wasser darf nicht unterschätzt werden. Um Regenwasser zukünftig länger in der Stadt zu halten und für die Bewässerung der heimischen Flächen zu nutzen, anstatt es schnellstmöglich über das Kanalsystem in die Kläranlage abzuführen, entstand im Städtischen Abwasserbetrieb die Idee einer blau-grünen Klimaachse. In einer offenen, begrünten Entwässerungsmulde entlang des Wilhelm-Gödders-Weges wird zukünftig Regenwasser der umliegenden Dachflächen gespeichert und in den Boden beziehungsweise unterirdische Zisternen geleitet, anstatt es direkt in die Kanalisation abfließen zu lassen. Das so vorrätig gehaltene Wasser soll vor allem in den Sommermonaten zur Pflege des städtischen Grüns genutzt werden.

Anfang des Jahres wurde der Förderantrag für das Projekt im Rahmen der Initiative „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ beim Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat gestellt. Mit Erfolg. Die Klimaachse überzeugt den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages, vor wenigen Tagen kam die Förderzusage über voraussichtlich 800.000 Euro. Circa 1,1 Millionen Euro wird das Projekt kosten. Bis Ende 2021 findet nun die Grundlagenermittlung statt. In dieser Phase werden die benötigten Daten erhoben und Planungskonzepte konkretisiert, um den finalen Förderantrag stellen zu können. 2022 folgt die Ausführungsplanung, bevor 2023 Ausschreibung und Vergabe des Projektes anstehen. Bis Ende 2024 soll die blau-grüne Klimaachse fertiggestellt sein, um Leichlingen mit zusätzlichen Wasserreserven zu versorgen und ein Stück weiterzubringen auf dem Weg zur Schwammstadt.
 

Konzept der blau-grünen Klimaachse
 

Bei Regen wird das saubere Dachwasser der umliegenden Bebauungen des Wilhelm-Gödders-Weges zukünftig in eine oberirdische, begrünte Erdmulde, ähnlich einem kleinen Bächlein, geleitet. Bisher wird es direkt in den Mischwasserkanal entwässert, dort mit Schmutzwasser vermischt und über die Kanalisation der Kläranlage in Leverkusen zugeleitet. Durch die Sammlung in der Mulde wird eine für Passanten störende Pfützenbildung weiterhin vermieden, das Regenwasser kann aber im Boden versickern, um dem Innenstadtgrün zur Verfügung zu stehen.

Da der Erdboden nur bis zu einem gewissen Grad aufnahmefähig ist, sollen zusätzlich unterirdische Zisternen angelegt werden. Fällt innerhalb kurzer Zeit eine große Regenmenge, die der reine Erdboden nicht aufnehmen kann, soll diese in den Zisternen gesammelt werden. Das gespeicherte Wasser kann dann zur Bewässerung des Innenstadtgrüns durch den Bauhof in Trockenphasen genutzt werden und so den dafür benötigten Trinkwasserverbrauch von jährlich ca. 450.000 Litern reduzieren. Sollten auch die Zisternen voll sein, läuft das überschüssige Wasser weiter in Versickerungsanlagen. Diese geben die Flüssigkeit nach und nach ab und fördern so langfristig die Bodenfeuchte. Erst bei extremem oder lang anhaltendem Regen ist eine Entlastung der Versickerungsanlagen in die Wupper vorgesehen.

Der städtische Abwasserbetrieb geht davon aus, dass durch die Klimaachse knapp 10.000 Kubikmeter Regenwasser im Jahr von einem Hektar Dachflächen in Leichlingen genutzt werden oder versickern können. An die Entwässerungsmulde soll außerdem eine Quelle im Bereich Johannisberg angeschlossen werden, die bisher über eine Leitung direkt in die Wupper geführt wird. Dadurch können jährlich weitere circa 16.000 Kubikmeter Wasser in der Stadt gespeichert werden und zur Innenstadtbegrünung beitragen. Die Entwässerungsrinne soll mit Bäumen und Sträuchern versehen werden, sodass sie den Siedlungsbereich zusätzlich aufwertet. Auch beschattete Treffpunkte für das Siedlungsquartier, Spiel- und Erlebnisbereiche rund ums Wasser oder Kühlelemente wie Wassersprühanlagen entlang der blau-grünen Klimaachse, die zum Verweilen einladen und das Stadtklima verbessern, sind denkbar und werden in der weiteren Projektplanung auf Umsetzbarkeit geprüft.

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